Queere Vielfalt in der Gemeinde- und Kirchenarbeit

Am Tag vor Himmelfahrt war ich zu Besuch im Pfarrkonvent Ammerland – die beiden Pastorinnen Sandra Hollatz und Petra Adomeit haben mich eingeladen, um die Mitglieder des Konvents in den Themenbereich der queeren Vielfalt einzuführen.

Unter dem Titel „Einführung: Geschlechtliche Vielfalt und sexuelle Orientierung in der Gemeinde- und Kirchenarbeit“ haben wir in 1,5 Stunden über das Vorwissen zu unterschiedlichen Begriffen gesprochen. Studienergebnisse zu Coming-Out-Prozessen verdeutlichen, dass die Zeit rund um die Konfirmation für queere Jugendliche besonders prägend ist. Damit liegt eine große Verantwortung auf den Schultern der kirchlichen Akteur*innen. Anhand von Fallbeispielen haben wir Überlegungen zur sprachlichen Gestaltung, theologischen Verantwortung und zum Umgang mit Diskriminierung angestellt.

Vielen Dank für die Einladung. Ich bin gespannt, wie in Zukunft weiter an dem Thema gearbeitet wird!

Die EINE Lösung… kann es DIE geben?

Immer öfter begegnen mir, sowohl beruflich als auch privat, Menschen, die versuchen auf alle noch so komplizierte Fragen, einfache Antworten zu finden und möglichst schlanke Lösungen zu finden. Ehrlich gesagt finde ich das erstmal eine großartige Eigenschaft, vor allem so ganz im Gegensatz zu mir, der viel über alles nachdenkt und sich manchmal auch in Komplexität verliert.

Aber ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht, auch wenn einige das gerne so hätten. Große gesellschaftliche Herausforderungen stehen und kurz-, mittel-, und langfristig ins Haus. Klimawandel, demographischer Wandel, Instabilität, Unsicherheiten in vielen Bereichen usw. Und nein auf diese großen Fragen lassen sich keine leichten und einfach Antworten finden. Und schnell geht das alles schon gar nicht.

Schauen wir auf die Kirche, sieht es hier nicht viel besser aus. Viele Menschen, die die Kirche verlassen, viele Baustellen, Prioritätenprozesse, Änderungen der Strukturen, Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt usw. Auch darauf gibt es keine schnellen und einfachen Antworten. Wenn ich schaue, wie oft ich gefragt werde, ob es nicht ein einfaches schnelle Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt gäbe, nein, gibt es nicht und wäre auch ein bisschen zu einfach und würde dem Prozess der Entwicklung und Erarbeitung vollkommen im Wege stehen.

Und im Arbeitsfeld Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Hier geht es in der Regel schneller, aber viele Fragen und Themen, die die Kirche bewegen, bewegen auch diesen Arbeitsbereich. Anfang Mai saßen wir in der Runde der hauptamtlich Beschäftigten zusammen und haben uns darüber ausgetauscht, wie die Arbeit in Gremien läuft, laufen sollte und laufen wird. Und, welch große Überraschung: Die schnelle einfach Lösung, den einen Weg gab es nicht. Nicht mal bei anderen Verbänden.

Ich glaube die Antwort darauf, warum es nicht geht, muss gar nicht lange überlegt werden: Überall, ob in Gesellschaft, Kirche, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, arbeiten mir zusammen mit Menschen. Und Menschen, egal welchen Alters, sind hoch individuell in dem, was sie brauchen, wie sie angesprochen werden wollen, mit welchem Interesse sie sich welchen Problemen annehmen, welche Strukturen sie brauchen, welche Kommunikationsformen sie erfassen. Alles ist hoch individuell und daher unglaublich komplex. Und dazu auch noch flexibel und ständiger Veränderung unterworfen.

Die eine gute, perfekte Lösung von komplexen Problemen, die mit uns Menschen zu tun haben, kann es gar nicht geben! Und das ist auch deswegen so, weil Gott uns alle, jede*n Einzelne*n wunderbar gemacht hat. Mit allem, was wir können, was uns ausmacht und was wir sind. Und von daher ist es kein Wunder, dass die Arbeit mit Menschen lange dauert, Experimentierfreude verlangt, Dynamik und Flexibilität mit sich bringt. Und das unterscheidet doch uns alle von Maschinen und Computern: Es ist eben nicht vorhersehbar, was wie passiert, wen man wie erreicht und welche neuen Wege sich auftun. Und das ist gut so, wenn auch manchmal Fluch und Segen zugleich für uns, die wir mit Menschen, insbesondere mit jungen Menschen zusammenarbeiten.

Stellenausschreibung: Diakon*in (m/w/d)

Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Varel sucht eine*n Diakon*in (m/w/d) in unbefristeter Vollzeitbeschäftigung für die Mitarbeit im Interprofessionellen Team der Kirchengemeinde. Der Wirkungsbereich umfasst das Gebiet der gesamten Gemeinde.

In 15 Minuten am Strand? Kein Problem. Varel (25.000 Einwohner*innen) liegt zwischen Wald und Meer am Jadebusen. Dazu gehört das Nordseebad Dangast, ein Küstenort mit überregionaler Anziehungskraft. Dennoch bietet Varel die gesamte Struktur eines Mittelzentrums und verfügt über alle weiterführenden Schulen und einen touristisch reizvollen Hafen. Die Universitätsstadt Oldenburg liegt nur 30 Minuten entfernt. Unsere Gemeinde hat etwa 10.500 Gemeindeglieder. Dort wirken zwei hauptamtliche Kirchenmusiker*innen, eine Kreisjugenddiakonin sowie vier Pfarrpersonen. Die aktuell vier Gemeindebezirke werden zeitnah umstrukturiert werden.

Bewerbungsschluss für die Stelle ist der 16. Juni 2024. Alle Infos findest du in der Stellenausschreibung.