Brandanschlag auf Oldenburger Synagoge

Auf die jüdische Synagoge in Oldenburg ist am Freitag, 5. April, ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte haben nach Angaben der Polizei in den Mittagsstunden einen Brandsatz auf eine Tür der Synagoge in der Leo-Trepp-Straße geworfen. Das Feuer sei schnell gelöscht worden, sodass kein weiterer Gebäudeschaden entstanden sei. Lediglich die Tür sei beschädigt. Die Feuerwehr musste nicht eingreifen. Die Polizei fahnde derzeit mit einem Großaufgebot nach dem Täter oder der Täterin, hieß es. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen. Da die Hintergründe der Tat bisher unklar seien, werde in alle Richtungen ermittelt.

Ein Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus rief für den Abend zu einer Mahnwache vor der Synagoge auf.

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg und Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Thomas Adomeit, verurteile den Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge auf das Entschiedenste. Er hoffe, „dass die Schuldigen schnellstmöglich ermittelt werden können. Ich bin entsetzt über diese feige Tat und zugleich erleichtert, dass der Brand schnell gelöscht werden konnte und so kein weiterer Schaden entstanden ist“, so Adomeit.

Der Oldenburger Bischof betonte weiterhin: „Dieser niederträchtige und menschenverachtende Anschlag zeigt leider erneut, dass wir das Übel des Antisemitismus in unserer Gesellschaft nicht überwunden haben. Unsere Gedanken sind mit unseren jüdischen Geschwistern, wir stehen fest an ihrer Seite. Dass unsere jüdischen Schwestern und Brüder Sorge um ihr eigenes Leben haben müssen, ist nicht hinnehmbar.“

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens verurteilte den Angriff aufs Schärfste: „Auch wenn die Hintergründe der Tat noch unklar sind, sie macht mich sehr betroffen“, sagte sie: „Brandanschläge auf Synagogen sind für mich absolut verwerflich und unsäglich. Mein Mitgefühl gilt den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Oldenburg und darüber hinaus.“ Ministerin Behrens betonte: „Jüdinnen und Juden in Niedersachsen sollten keine Angst haben oder sich bedroht fühlen müssen.“ Die Sicherheitsbehörden würden alles dafür tun, den oder die Täter zu ermitteln. „Der Rechtsstaat wird hier klare Kante zeigen.“

Der Oldenburger Oberbürgermeister von Jürgen Krogmann sagte: „Angriffe auf Synagogen sind Angriffe auf uns alle. Wir werden nicht hinnehmen, dass in unserer Stadt eine jüdische Einrichtung zum Ziel eines Anschlagversuchs geworden ist.“ Er betonte seine uneingeschränkte Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. Er werde mit aller Kraft Antisemitismus und Rassismus entgegentreten.

Auch Polizeipräsident Andreas Sagehorn sprach von einer „feigen Tat“ auf die jüdische Gebetsstätte. Die Sicherheitsmaßnahmen an der Synagoge würden unmittelbar erhöht.

Pressemeldung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, 5. April 2024; Bild: ELKiO/Dirk-Michal Grötzsch

Lucas Söker
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