Kindeswohlfachtag für Pros

Zwischen Nähe und Distanz – Kindeswohl und Prävention

Nähe und Distanz spielen eine wesentliche Rolle in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Nähe und Distanz sind im Alltag vielfältig und oft kommt es zu unbestimmten Grenzüberschreitungen. Alles ist eine Frage der Haltung. Aber wie sieht es mit meiner eigenen Haltung aus?
Und wie gehe ich mit Grenzüberschreitungen im digitalen Raum um?
Wir werden eigene Verunsicherungen aufgreifen und unsere Angebote auf grenzachtende und präventive Strukturen prüfen.

Der Fachtag wird durchgeführt von Björn Kraemer, Bildungsreferent im Landesjugendpfarramt für den Bereich Kindeswohl/Prävention sexualisierter Gewalt, insofern erfahrene Kinderschutzfachkraft.

Dieser Fachtag dient als Vertiefungsseminar und richtet sich an alle, die mit den Grundlagen von Kindeswohl/Kindeswohlgefährdung, Nähe und Distanz vertraut sind und ihr Wissen vertiefen möchten.

Die Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebestätigung; für Mittagessen und Getränke wird gesorgt.

Auf einen Blick

  • Termin: Mittwoch, 14. Dezember 2022; 09.30 bis 16.00 Uhr (Anmeldeschluss: 7. Dezember)
  • Ort: Ev. Gästehaus Sandkrug, Oldenburger Weg 1, 26209 Hatten
  • Zielgruppe: Hauptberuflich Tätige; dieser Fachtag ist auch für Ehrenamtliche geöffnet
  • Kosten: Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Fahrtkosten können nicht erstattet werden.

Anmeldung

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Ehrenamtliche*r? Die Eierlegende Wollmilchsau

Am zweiten Wochenende im Oktober fand das dritte Wochenende des LEIV Projekts statt – eine Schulung für Ehrenamtliche, die Lust haben in Leitungspositionen Verantwortung zu übernehmen. Es ging thematisch um die eigene Person, die eigene Persönlichkeit, die man schon kennen sollte, sofern man vor hat andere Menschen in einem ehrenamtlichen Team zu führen. Und natürlich stellen sich dabei auch Stärken und Schwächen heraus: Was kann ich gut? – Wo brauche ich Unterstützung von anderen? – Was gebe ich lieber in kompetentere und talentiertere Hände ab?

Die Sau

Und wieder mal kam mir die Frage in den Sinn: Was leisten eigentlich Ehrenamtliche in unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? Was tun sie alles dafür, dass eben diese Arbeit voran geht, es Projekte sowie Aktionen gibt, und wir alle uns weiterentwickeln?
Ehrlich gesagt: Sau viel! Zeitaufwand, Energieaufwand und das alles neben dem Alltag in Schule und Beruf, zwischen Familie und Freunden und evtl. sogar noch weiteren ehrenamtlichen Engagements in anderen Feldern. Sau viel also! Da ist sie also, die Sau aus der Eierlegenden Wollmilchsau.

Die Eier

Und dann erwarten wir, dass unsere Ehrenamtlichen die tollsten und innovativsten Ideen haben, sich selbst neue Dinge ausdenken, um sich entfalten zu können und das mit unserer hauptamtlichen Begleitung schon hinbekommen. Aus ihren Ideen, die sie am besten wie Eier legen, schlüpfen die Projekt-Küken und werden schließlich zu ausgewachsenen Hühnern, als Projekten und Aktionen, die sie und wir stolz vorzeigen können. Ah ja, Eier legen sollen die Ehrenamtlichen also auch noch, da sind sie also, die Eier aus der Eierlegenden Wollmilchsau.

Die Wolle

Wolle, ja ich spinne mal weiter, Wolle: Wie oft sagen wir als Hauptamtliche den ehrenamtlich Engagierten, dass sie auf sich achten sollen, auch mal Pausen brauchen, sich Zeit nehmen und in eine warme Wolldecke einwickeln sollen. Die Aktionen machen dann eben andere Ehrenamtliche, welche, die vielleicht gerade lieber frische neue Ideen-Eier legen. Und wir selbst als Hauptamtliche? Machen wir eigentlich mal Pause unter der warmen Wolldecke? – Sind wir da Vorbilder für die Engagierten? Ich habe da manchmal, zumindest was das betrifft, so meine Zweifel. Da ist sie also, die Wolle der Eierlegenden Wollmilchsau.

Die Milch

Und dann geben Ehrenamtliche noch überall ihren Senf dazu, wollen mitbestimmen, ihre Wünsche und Ziele einbringen und schließlich umsetzen. Das ist manchmal so gar nicht im Interesse derjenigen, die beruflich mit ihnen zusammenarbeiten müssen. Es hält auf, sorgt dafür, dass eigene Pläne durchkreuzt werden usw. Und doch ist es gerade von uns dann die Aufgabe dies zu fördern, die Ehrenamtlichen zu unterstützen und gegen alle Widerstände uns für sie einzusetzen. Ehrenamtliche arbeiten viel an sich, engagieren sich gerade, weil sie sich selbst einbringen wollen, was vielleicht in anderen Bereichen ihres Lebens so in der Form nicht möglich erscheint. Sie geben ihre Milch dazu, auch um zum einen uns Hauptamtliche und zum anderen ihren Verband zu stärken. Denn Milch stärkt bekanntlich nicht nur die müden Knochen. Da ist sie also, die Milch der Eierlegenden Wollmilchsau.

Die Eierlegende Wollmilchsau

Wenn man das liest, wird deutlich, was Ehrenamtliche in ihrer Freizeit alles zu leisten im Stande sind und dies auch gerne tun, das steht für mich außer Frage. Wenn sie selbst Eierlegende Wollmilchsäue sein wollen… gerne!
Aber: Was sind die Ansprüche von Hauptamtlichen? – Und das beziehe ich nicht nur auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Kirche, sondern auf viele Arbeitsbe-reiche, in denen sich Erwachsenen engagieren.

Dürfen wir das alles so erwarten? – Sind die Erwartungen vielleicht an vielen Stellen nicht auch zu hoch? – Machen wir als Mitarbeitenden Ehrenamtliche nicht häufig erst zu Eierlegenden Wollmilchsäuen und geben immer mehr solche Aufgaben an sie ab, die unter Umständen gar nicht zu ihnen passen? – Wäre es nicht viel praktischer, wenn wir Hühner, Schafe, Kühe und Schweine als Ehrenamtliche hätten, die alle ihre Aufgaben machen, die sie gut können? – Natürlich meine ich das im übertragenen Sinne. Ihr ahnt es schon: Da ist sie also, die Eierlegende Wollmilchsau.

Ich finde darüber lohnt es sich nachzudenken: Wohin soll die Reise gehen in unseren kirchlichen Ehrenämtern und im Besonderen in der Arbeit mit Kindern und Jugendli-chen? Diese und weitere Fragen zu uns als Institution und zu unserer Person sollten weiter gestellt werden, und das nicht nur mit und unter hochmotivierten jungen Ehrenamtlichen bei einem LEIV Schulungswochenende im Oktober.

Fußball-WM in Katar

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sind wir am Buß- und Bettag für die symbolische Dauer eines Fußballspiels zusammengekommen und haben die kontroverse Thematik rund um die WM aufgegriffen und diskutiert. Durch Oberkirchenrat Mucks-Büker in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg sowie Thea Meier und Niklas Reichel von der Evangelischen Jugend Braunschweig wurden uns interessante und lehrreiche Materialien und Arbeitshilfen vorgestellt, die vor allem Themen wie Menschenrechtssituation, Korruption und Klimagerechtigkeit aufgegriffen haben. Diese und viele weitere Materialien wurden in einem Padlet zusammengestellt, sodass sie für alle Interessierten zugänglich sind und weiter verwendet werden können. Die Materialien findet ihr unter https://padlet.com/jana_christin/wi0ahrg1hn9mog8c .

In den gemeinsamen 90 Minuten hatten wir einen interessanten Austausch im Plenum sowie in Kleingruppen, bei der wir durch unterschiedliche Sichtweisen unseren Horizont erweitern konnten. Mich persönlich hat die Diskussion weiter zum Nachdenken angeregt und für einen noch reflektierteren Umgang mit der Fußball-WM in Katar gesorgt.

Mein Kirchenjahr

Frohes neues Jahr am 1. Advent? Ja, am 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Für viele Lesende mag das keine neue Botschaft sein, für andere vielleicht schon. Neben dem Start des Kirchenjahrs am 1. Advent gibt es viele weitere besondere Tage im Jahr: Ostern, Reformationstag, Weihnachten. Wir kennen sie. Aber ganz oft gibt es auch Tage mit den Namen Invocavit oder Rogate.

Und zu all diesen Tagen gibt es spannende liturgische Texte und auch bestimmte Farben. Merken kann ich mir das ehrlich gesagt nicht alles. Websites wie www.kirchenjahr-evangelisch.de helfen bei der Orientierung im Kirchenjahr. Manchmal sind aber die Texte nicht so richtig mit unserer täglichen Arbeit vereinbar und es fehlen Inspirationen. Darum ist vor einiger Zeit die Idee entstanden das Angebot von kirchenjahr-evangelisch.de noch zu ergänzen mit Impulsen und Gebeten von Landesjugendpfarrerin Anne Schrader – und mit einem Motto und Ideen für Aktionen.

Mein Kirchenjahr – Impulse und Gebete für mich.

Dieses Angebot findest du ab sofort unter kirchenjahr.landesjugendpfarramt-oldenburg.de. Für den Dezember stellen wir dir hier Materialien zur Verfügung, die du nur für dich nutzen kannst oder die dir zum Beispiel bei der Vorbereitung einer Andacht helfen können. Das Angebot wird dann laufend erweitert um alle besonderen Tage im Kirchenjahr. Ergänzt wird das Angebot durch einen Podcast, der jeden Montag vor dem entsprechenden Sonntag erscheint.

Gesprochen werden die von Anne Schrader verfassten Texte von mir. Den Podcast gibt es überall wo es Podcasts gibt (z.B. Spotify, Apple Podcasts, etc.). Die Folge zum 1. Advent erscheint am 25. November.

Wir freuen uns über Feedback und noch mehr freuen wir uns natürlich, wenn dir dieses Angebot gefällt.

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Im Meer von Möglichkeiten unterwegs

Ich sitze am Schreibtisch und scrolle durch viele Seiten voll mit Reisezielen für das kommende Jahr. Wo kann es hingehen? Biete ich eher eine Freizeit an, wenn ja, für wen? Oder mache ich doch lieber Wochenenden, damit die Leute dafür keinen oder zumindest nicht so viel Urlaub nehmen müssen? An Möglichkeiten mangelt es nicht: Berge, Seen, Küste, In- und Ausland, es gibt viele schöne Ecken, wo es hingehen könnte. Aber irgendwann muss ich mich entscheiden.

Entscheidungen treffen: Das ist gar nicht so einfach. Heute, an diesem Donnerstag, trifft sich die 49. Synode unserer Kirche zu ihrer 6. Tagung, um über wichtige Themen rund um die Oldenburgische Kirche zu beraten und ja, auch zu entscheiden. Viele Menschen sitzen da zusammen, viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten treffen aufeinander und immer, wenn man sich für etwas entscheidet, entscheidet man sich gleichzeitig gegen vieles andere. Wenn wir Gelder in das eine Arbeitsfeld der Kirche stecken, müssen wir woanders etwas einsparen. Und nein, nicht immer, wenn wir etwas entscheiden, öffnet sich eine neue Tür. Oft schließen sich vor allem viele andere.

Aber unser Leben ist voller Entscheidungen, weil es so unendlich viele Möglichkeiten gibt. So scheint es zumindest. Doch wie sich zurechtfinden? Wie die für mich passende und richtige Entscheidung treffen?

Vielleicht habe ich ein paar Tipps, die Dir die kommenden Entscheidungen erleichtern und dir eine einfachere Entscheidungsfindung ermöglichen:

  • Schreibe ein Pro- und Contra Liste.
  • Stelle dir vor, du müsstest hundert Leuten von deiner Entscheidung berichten: Was und wie würdest du dies tun?
  • Frage dich, worum es bei dieser Entscheidung eigentlich genau geht! 
  • Vertraue dir selbst und deiner Intuition! Viele richtige Entscheidungen liegen nicht so fern, wie es dir erst erscheint. 
  • Verabschiede dich davon in Extremen zu denken; häufig liegen richtige Entscheidungen eher in der Mitte

Vielleicht helfen dir diese Punkte schon weiter und eins möchte ich dir noch mitgeben, denn Du bist nie allein mit deinen Entscheidungen: Beziehe Gott mit ein, stelle ihm dein Problem, deine Entscheidungsmöglichkeiten vor und lasse dich unterstützen. Er wird es dir nicht abnehmen, aber auf seine Hilfe kannst immer trauen. Davon bin ich überzeugt! Und wenn du das tust und entscheidest: Gott wird Dich auch bei der Umsetzung begleiten, bei dir sein und deinen Weg mit Dir gehen. 

Dazu findet sich auch etwas in der Bibel

„Wenn es einem von Euch an Weisheit fehlt, soll er Gott darum bitten. Er wird sie erhalten. Denn Gott gibt sie allen vorbehaltlos und macht niemandem einen Vorwurf.“ (Jak 1,5)

So, und ich probiere das jetzt auch gleich mal aus und scrolle weiter durch die Angebote für das kommende Jahr! Mal sehen was es am Ende wird.

Titelbild: CC-BYSA Maik Meid

Wir feiern das Leben – Silent Party

Feiern war in der Pandemie lange nicht möglich. Klima, Krieg und Energiekrisen belasten uns. Für einen Abend lassen wir die Sorgen los und feiern das Leben. 

Silent Party bedeutet mit Kopfhörern erlebst du auf drei Kanälen Musik zum Feiern. Wir haben DJs die für die passende Partymusik sorgen. Da ist für alle etwas dabei. 

Der Eintritt ist frei. Getränke können erworben werden. 

  • Ort: Polyester Oldenburg
  • Ab 16 Jahren
  • Am 2. Dezember um 19.00 Uhr
  • Meld dich an und sichere dir einen Kopfhörer. 

Anmeldung

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Förderung für Jugendverbände wächst 2023 um 3 Millionen Euro an

Die Evangelische Jugend in Deutschland begrüßt Stärkung der Jugendverbandsarbeit

Der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) ist das wichtigste Instrument der Jugendförderung auf Bundesebene. Für 2023 wurde der KJP nun mit zusätzlichen 3 Millionen Euro ausgestattet. Das ergaben am letzten Freitag die Beratungen in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags, der auch den Bundeshaushalt für 2023 beschlossen hat. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) begrüßt diese positive Entwicklung und die damit verbundene Stärkung der Jugendverbandsarbeit ausdrücklich.

Die zusätzlichen Mittel können im kommenden Jahr über die KJP-Förderung an die Jugendverbände verteilt werden. Ermöglicht wurde dieser zunächst einmalige Aufwuchs des KJP durch intensive Gespräche des Deutschen Bundesjugendrings mit den demokratischen Bundestagsfraktionen.

„Die für 2023 beschlossene, höhere Ausstattung des KJP ist ein wichtiges Zeichen für alle, die sich in den Jugendverbänden und in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren. Damit sind die politischen Entscheidungsträger*innen einen wichtigen Schritt hin zu einer angemessenen Ausstattung des Kinder- und Jugendplans gegangen“, stellt aej-Generalsekretär Michael Peters fest und ergänzt, „Ziel muss aber weiterhin eine dauerhafte und dynamisierte Förderung der Jugendverbandsarbeit bleiben. Nur so können die aktuellen und zukünftigen Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit erfüllt werden.“

Die aktuellen Krisen hinterlassen deutliche Spuren bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und haben massiven Einfluss auf ihre Lebenswelt. Jugendverbände können dies in ihrer Arbeit aber nur auffangen, wenn sie dafür mit entsprechenden Mitteln ausgestattet sind. Auch und gerade in Krisenzeiten müssen die Bedürfnisse und Grundrechte der jungen Generation berücksichtigt werden und Lösungen dafür geschaffen werden. Das ist nur mit entsprechender Förderung möglich.

Im Koalitionsvertrag spricht sich die Ampelkoalition im Bund für eine angemessene Ausstattung des Kinder- und Jugendplans aus. Dieses Ziel ist aus Sicht der aej nur zu erreichen, wenn Fördermittel auch dauerhaft im Haushalt eingeplant und somit verstetigt werden.

Pressemitteilung 11/2022 Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej)

Titelbild: CC-BYSA Maik Meid

Lichtquellen im November

Die Tage sind dunkler geworden. Ich habe oft das Gefühl morgens das Haus zu verlassen, wenn es noch dunkel ist und abends erst wiederzukommen, wenn die Sonne schon wieder untergegangen ist. Normalerweise machen mich die trüben Novembertage melancholisch. Mir fehlt das Licht. In diesem Jahr geht es mir nicht so. Die Novemberdepression lässt auf sich warten.

Stattdessen mache ich es mir gemütlich. Schon morgens beim Frühstück zünde ich eine Kerze an. Im Büro habe ich viele kleine Lichtquellen aufgestellt. Und abends freue ich mich darauf, mich auf dem Sofa mit einem Tee und bei Kerzenschein in die Decke zu kuscheln.
Sogar bei den Gassigängen mit meinem Hund fallen mir die Momente, in denen die Sonne durch die Wolken bricht, mehr auf als der Nieselregen.

Die Dunkelheit ist Teil unserer Welt. Nicht nur Dunkelheit draußen, sondern auch in uns. Da gibt es enttäuschte Hoffnungen, begrabene Träume und Trauer.
Das gehört alles zu uns Menschen, die Freude genauso wie die Trauer, Licht und Dunkelheit.

Die Theologin Dorothee Sölle hat sich einmal vorgenommen, jeden Tag drei Dinge zu finden, für die sie Gott loben möchte. Ich versuche das seit ein paar Tagen auch.
Diese Dinge sind zu meinen Lichtquellen geworden: Menschen, die vor Freude strahlen; Worte, die mir guttun und meine Stimmung erhellen; Begeisterung, die ausstrahlt.
Ende November feiern wir Ewigkeitssonntag. Wir denken an Menschen, von denen wir uns verabschieden mussten, die gestorben sind und die wir schmerzlich vermissen. In den Gottesdiensten werden für sie Kerzen angezündet. Das können wir auch zuhause machen.
Die Lichter erinnern uns: Christus ist das Licht des Lebens. Er leuchtet in unsere Dunkelheit.

Augen verschließen oder Handeln? Fußball-Weltmeisterschaft in Katar

Bald startet die Weltmeisterschaft in Katar. Kaum eine andere Weltmeisterschaft hat im Vorfeld so viel Diskussion geboten. Am Ewigkeitssonntag startet die Weltmeisterschaft. Eigentlich ein Tag an dem wir in stiller Trauer den Verstorbenen des vergangen Jahres gedenken. Und nun public viewing im Gemeindehaus?

Mit großer Sorge und Skepsis blicken daher viele auf die Weltmeisterschaft in der Adventszeit.

Gemeinsam wollen wir am Buß und Betttag in 90 Minuten, wie bei einem Fußballspiel, über Möglichkeiten zum Umgang mit dieser Weltmeisterschaft ins Gespräch kommen.

Bildungsarbeit statt Boykott?

Als Gäste an diesem Abend begrüßen wir Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker sowie Thea Meier und Niklas Reichel von der Ev. Jugend Braunschweig.

Keynote 1:

Macht hoch die Tür, die Tooor macht weit … mehr als 20 Autor*innen haben an der Arbeitshilfe zur Fußball-WM in Katar mitgearbeitet. In der Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kommen die unterschiedlichsten Stimmen zu Wort und damit bildet sie eine Grundlage für Kirchengemeinden, Vereine und Gruppen. Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker gibt Einblicke in die umfangreiche Broschüre zur WM in der Adventszeit.

Detlef Mucks-Büker ist Oberkirchenrat in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Keynote 2:

Wie kann es gelingen, komplexe Themen wie strukturierte Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Werte im Sport auch für eine jüngere Zielgruppe zugänglich zu machen? Hierzu präsentieren Thea Meier und Niklas Reichel einen Workshop, der die Unrechtsdimensionen, die uns im Rahmen der WM in Katar begegnen, für Konfirmand*innen und Schüler*innen greifbar macht und sie dazu befähigen soll, sich eine eigene Meinung zur WM in Katar zu bilden.

Thea ist Vorsitzende des Nachhaltigkeitsausschusses der Jugendkammer, Niklas ist stellvertretender Vorsitzender der Jugendkammer

Auf einen Blick

  • Zielgruppe: alle Interessierten
  • Datum: 16. November 2022 von 18.30 bis ca. 20.00 Uhr
  • Ort: Zoom
  • Kosten: kostenlos

Anmeldung

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Feier das Leben! – Gedanken zum Reformationstag

„Feier das Leben!“

Ja, das meine ich absolut ernst: Feier das Leben. Hier, jetzt, heute und ab sofort!

„Wie kannst du das nur sagen?“, höre ich die lauten und auch leisen Stimmen fragend, derer, die mich gerade hören.

Bei all dem Leid in der Welt? Den Ereignissen im Iran, den Kriegen dieser Welt, den Existenzängsten vieler Menschen in unserem Land aufgrund der hohen Preise, den Verlusten der Menschen in der Ukraine, der Klimakrise?

Es gibt derzeit unsäglich viele Gründe, warum wir wohl alles können, aber sicherlich das Leben nicht feiern. Irgendwie scheint unser christlich-moralischer Kompass das zu verbieten.

Statt das Leben zu feiern, sollten wir uns doch stark machen, für Gerechtigkeit, Klimaschutz, Frieden, Nächstenliebe und denen helfen, die gerade besonders stark betroffen sind von den Auswirkungen der vergangenen Monate.

Vor einiger Zeit habe ich eine Andacht zu dem Vers aus LK 22, 42 gehalten.
„Jesus kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

In dieser Andacht stellte ich mir die Frage, wohin sich eigentlich gerade unsere Welt bewegt oder viel mehr, in welche Richtung die Menschheit sich gerade entwickelt. Kanzler Olav Scholz sprach in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag im Februar dieses Jahres von einer Zeitenwende. Sehr verkürzt hier dargestellt halte ich am Ende meiner Gedanken zur Andacht fest: Ja! Die Menschheit braucht eine Wende; eine Richtungskorrektur; einen Impuls, den Fokus des Lebens neu auszurichten!

Jesus ist genau dafür gestorben. Nur scheinen wir Menschen es wieder vergessen zu haben. Sein Tod am Kreuz ist die Brücke, unseren täglichen Fokus neu auf Gott ausrichten zu können. Damit wir Gottes Willen wahrnehmen können. Irgendwas muss ja dran sein, wenn selbst Jesus am Ende seines Gebetes im Garten Getsemani für sich feststellt: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

Gottes Wille scheint mir – soweit ich ihn erfassen kann – klar zu sein: Ein Leben aus seiner Gnade heraus, die uns frei macht von Macht, Gier, Neid, Hass und Leid. Sein shalom  – sein tiefer Friede- soll diese Welt füllen.

Und wir sollen, ja wir dürfen unsere Zeit auf dieser Erde dafür einsetzen, dass sein Plan für uns umgesetzt wird. Wie aber können wir Teil dieses Planes werden? Wie also verdienen wir uns diese Gnade, wenn es doch so scheint, als würde das, was wir tun, nicht reichen?

Montag haben wir den Reformationstag gefeiert. Nun ja, wie auch immer die persönliche Feier aussah. Vielleicht haben wir uns erstmal auch nur über einen weiteren freien Tag gefreut.

Ich persönlich nutze die Tage vor und nach einem kirchlichen Feiertag ganz gerne, um mich ganz gezielt mal wieder mit dem Sinn dieser Tage zu befassen.

Zwei wesentliche Erkenntnisse der Reformation waren die „sola fide“ und „sola gratia“. Also allein aus Glauben und allein aus Gnade werden wir vor Gott gerecht. Es sind nicht die Taten, die uns zu guten Menschen werden lassen. Es sind zuallererst  der Glaube und die Gnade, die uns zu guten Taten bewegen! (Vgl. Röm. 3, 21 ff)

Da ist sie wieder, die Richtungskorrektur, der Impuls, der unseren Fokus verändern soll. Allein der Glaube, allein die Gnade! Das, was wir tun kann reichen! Zumindest dann, wenn wir uns dabei von Gottes Willen leiten lassen.

Auch ich persönlich spüre die Auswirkungen der letzten Monate. Beim Einkaufen, an der Zapfsäule, in den vielen Gesprächen über den Ukrainekrieg und auch in meinem Gefühl ohnmächtig dem gegenüberzustehen, was noch alles auf uns zukommen mag. Niemals größer habe ich den Eindruck gehabt, dass das, was mein Leben beeinflusst, nicht vollends kontrollieren zu können. Psychologisch betrachtet ein Zustand, der uns Menschen stark herausfordert. Ein Zustand, den ich für mich nicht akzeptieren möchte!

Denn genau in diese Zeit dürfen wir uns an die Gnade und den Zuspruch Gottes erinnern. Wir dürfen Teil von Gottes Plan für diese Welt sein. Dürfen daran mitwirken, seinen Frieden in diese Welt zu tragen. Nicht aus einem christlich-moralischen Kompass, sondern aus Gottes Liebe zu uns und seiner Schöpfung heraus.

Also setze ich meinen Fokus neu, schaue auf Gott und bin dankbar: Für die Ruhe der Nacht, den neuen Tag. Für die Sterne am Himmel und die wärmende Sonne. Für die Menschen, die ich um mich haben darf und für die Erinnerung an jene, die schon heimgegangen sind. Ich schaue nach vorn – und ehrlicherweise noch immer nicht ohne Sorge; aber: Ich beginne das Leben neu zu feiern!
Aus Dankbarkeit für all das, was ich bis heute erleben durfte. In Hoffnung auf das, was Gottes Gnade mir noch schenken wird.

Und so lade ich uns dazu ein, den Moment zu genießen. Das Leben zu spüren und es zu feiern. Hier, jetzt, heute und ab sofort!

Amen

Hausandacht der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am 1. November 2022 von Marc Gobien