Digitale Unsterblichkeit? Was vom Menschen im Netz bleibt

Zwischen Gedenkstatus und KI-Avatar: Wie wir digital weiterleben – oder auch nicht.

In dieser Folge sprechen wir über digitale Endlichkeit – ein Thema, das uns alle betrifft. Was passiert mit unseren Social-Media-Accounts nach dem Tod? Wie verändert KI unser Trauern? Wir diskutieren den digitalen Nachlass, letzte Posts Prominenter und die ethischen Fragen rund um digitale Unsterblichkeit.

Eine Folge zwischen Nachdenklichkeit, Aha-Momenten – und einem Augenzwinkern.

Alle Links und Unterrichtsideen zur Folge gibt es auf medienhappen.de

In den Ferien für euch da – mit kleinen Einschränkungen

In den Osterferien befinden sich einige Kolleg*innen im Urlaub oder auf Maßnahmen. In der Zeit vom 14. bis 17. April ist die Verwaltung im Landesjugendpfarramt geschlossen. Insbesondere in diesem Zeitraum empfehlen wir euch, Anfragen per E-Mail zu senden an landesjugendpfarramt@kirche-oldenburg.de.

Auf unserer Website findet ihr auch die direkten Kontaktdaten aller Teammitglieder. So könnt ihr eure Anfragen direkt an den*die jeweilige*n Kolleg*in schicken.

Wir wünschen euch allen eine gesegnete und erlebnisreiche Zeit.

Bild: Midjourney / Lucas Söker

Ein Abschied, der Türen öffnet

Björn Kraemer übernimmt neue Aufgabe in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Zum 1. Mai 2025 wird Björn Kraemer das Landesjugendpfarramt verlassen. Künftig wird er als Bildungsreferent für Prävention von sexualisierter Gewalt in der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg tätig sein.
Der 35-Jährige ist seit 2022 im Bereich Kindeswohl und Prävention von sexualisierter Gewalt im Landesjugendpfarramt tätig, wo er seine Expertise als InSoFa (Insofern erfahrene Kinderschutzfachkraft nach SGB VIII und KKG) nicht nur in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingebracht hat.

Nach seinem Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit an der Hochschule Hannover absolvierte Björn Kraemer sein Anerkennungsjahr im Kreisjugenddienst Oldenburg Stadt, bevor er 2018 in den Kreisjugenddienst Delmenhorst / Oldenburg Land wechselte, wo er schließlich in der Jugendkirche St. Paulus zum Diakon eingesegnet wurde.
Im Jahr 2020 übernahm er zunächst eine halbe Stelle mit dem Schwerpunkt Ehrenamtsmanagement. 2022 wechselte er schließlich ganz ins Team des Landesjugendpfarramtes.

An der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen schätzt er vor allem die Begegnung mit jungen Menschen, insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aus ihrer Lebenswelt berichten und ihre kreativen Ideen zur Gestaltung der Jugendverbände einbringen.

Mit dem Wechsel in die neue Fachstelle Sexualisierte Gewalt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg möchte sich Björn Kraemer gesamtkirchlich der weiteren Präventionsarbeit widmen. Er wird zukünftig Bildungsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen innerhalb der oldenburgischen Kirche anbieten und sich dafür einsetzen, dass die Betroffenenperspektive stärker in den Fokus rückt.
Die bereits etablierten Angebote im Präventionsbereich wird er weiterführen und ausbauen. Dazu zählt auch die Planung einer Multiplikator*innen-Schulung für den Herbst zusammen mit der Ev. Reformierten Kirche sowie den Kirche in Braunschweig und Schaumburg-Lippe.

Björn Kraemer blickt dankbar auf die letzten Jahre in der Arbeit zurück und sagt: „Danke für die letzten knapp 10 Jahre hauptamtliche Arbeit in den verschiedenen Teams und an die vielen Kolleg*innen! Danke für das Verständnis für meine Stärken und auch ganz eigenen Schwächen!“.

Die Verabschiedung findet am 14. Mai um 16 Uhr statt. 

Spurlos im Netz? Fehlanzeige!

Wie du deine Daten schützt und bewusster surfst

In dieser Episode beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema digitale Fußspuren und sprechen darüber, was das Internet über uns weiß.

Aktive Fußspuren entstehen, wenn wir bewusst Daten teilen, sei es durch Social-Media-Posts, Kommentare oder Online-Formulare. Häufig verlieren wir aus den Augen, wie wertvoll unsere Daten sind. Wir befassen uns auch mit den weniger offensichtlichen, passiven digitalen Fußspuren, die beispielsweise durch Cookies oder Standortdaten entstehen, und die Nutzende häufig unbewusst hinterlassen.

Natürlich gibt es auch wieder viele praktische Tipps, wie man sich vor den Gefahren dieser digitalen Fußspuren schützen kann, zum Beispiel durch sorgfältigen Umgang mit sensiblen Daten, Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Nutzung datenschutzfreundlicher Alternativen.

Alle Links zur Folge gibt es auf medienhappen.de

08.03. – „Weltfrauentag“ oder „feministischer Kampftag“

Seit 1911 gibt es ihn – den sogenannten „Weltfrauentag“. Ins Leben gerufen wurde er von der Leipzigerin Clara Zetkin. Seit 1911 haben sich einige alternative Bezeichnungen entwickelt, darunter in den letzten Jahren insbesondere der „feministische Kampftag“.

Der „feministische Kampftag“ verdeutlicht die fortwährende Auseinandersetzung mit Geschlechterungleichheiten und Diskriminierung. Er erinnert an die historische und gegenwärtige Notwendigkeit, für die Rechte von Frauen (oder vielmehr von FLINTA*, also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, Trans*- und Agender-Personen) zu kämpfen. Beispiele dafür sind gleiche Bezahlung, Zugang zu Bildung, die Bekämpfung von Gewalt und Diskriminierung oder auch Catcalling o. Ä. Der 08. März hebt die strukturelle Ungerechtigkeit hervor, die Frauen bzw. FLINTA* weiterhin weltweit betreffen. Er ermutigt darüber hinaus zum solidarischen Handeln für eine gleichberechtigte Gesellschaft. „Kampftag“ verdeutlicht, dass die Gleichtstellung aller Geschlechter noch nicht erreicht ist und weiterhin eine aktive Auseinandersetzung erfordert.

Letztlich handelt es sich dabei jedoch nur um eine Bezeichnung. Egal, ob „Weltfrauentag“, „Internationaler Tag der Frauen“ oder „feministischer Kampftag“ – an diesem Tag wollen wir keine Blumen oder Gratulationen zum Frausein – vielmehr ist es das Ziel, aktiv Ungleichbehandlungen zu bekämpfen.

Und jetzt?!

Ich darf diese Woche den Blogbeitrag für unsere Website schreiben und sitze hier vor meinem leeren Blatt Papier. Der Cursor blinkt vor sich hin. Es ist Montag, der Montag danach, der Tag danach. Der Tag nach der Bundestagswahl. Und ich bin schockiert über die Zahlen und das Ergebnis.
Zugegebenermaßen hatte ich mich eigentlich drauf gefreut, dass der Wahlkampf mit all seinem Getöse nun vorüber ist, aber ist es jetzt besser? Nein, auf gar keinen Fall ist es das! Die Ergebnisse sind uns allen bekannt, die brauche ich hier nicht wiederholen. Aber mein letztes Fünkchen Hoffnung und Optimismus ist gestern Abend doch arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Mir fehlen schlicht die Worte, ich bin ratlos, weiß nicht, was ich damit nun anfangen soll. Was kann ich persönlich tun? Wo kann ich ein Zeichen setzen, was bewegen?
Wir blicken in unsichere Zeiten, jede*r ganz persönlich natürlich, aber auch gerade für die jungen Menschen in unserem Land. Wo sind die Perspektiven? Was tun wir für die jungen Menschen? Warum ist Bildung junger Menschen im Wahlkampf und in den Programmen so wenig relevant?

Ich glaube wir müssen uns noch stärker für sie einsetzen, sowohl als Institution unserer Oldenburgischen Kirche als auch als Kirche insgesamt sowie persönlich. Was wir jetzt brauchen, ist radikaler Zusammenhalt. Was wir jetzt brauchen, sind Lösungen für unsere gesellschaftlichen Probleme und Menschen, die sich ihnen vernünftig widmen. Wenn wir das jetzt in der Politik und gesamtgesellschaftlich nicht schaffen, dann schaue ich gänzlich ohne Hoffnung und Optimismus auf die nächste Wahl – voraussichtlich 2029. Denn das dann, wenn wir als Demokrat*innen keine Lösungen finden, die extremen Ränder noch stärker werden, dürfte auf der Hand liegen.

Deshalb möchte ich uns als Akteur*innen in der Arbeit mit jungen Menschen und erst recht als Christ*innen jetzt Mut machen und auf das zu besinnen, was uns eigentlich stark macht: Zusammenhalt und gemeinsames Lösen von Problemen. Und christlich gesprochen sei hier an Jesus Christus erinnert, der genau das mit Nächstenliebe bezeichnet. Hass und Ablehnung ist keine Option, das Gegenteil ist das, was wir brauchen!

Und um die Frage vom Anfang zu beantworten: Und jetzt?! Zusammenhalt und Nächstenliebe! Und wie sieht das konkret aus? Genau da müssen gemeinsam ran und daran arbeiten. Viel Zeit haben wir dafür allerdings nicht. Also lasst uns mutig anfangen!

Inseltage für junge Erwachsene auf Spiekeroog

Sehnst du dich nach einer Auszeit vom Alltag? Möchtest du Kraft tanken und den Kopf frei bekommen? Dann sind unsere Inseltage im September genau das Richtige für dich!

Wir wollen gemeinsam mit dir ein Wochenende auf der wunderschönen Nordseeinsel Spiekeroog, umgeben von Meer, Dünen und einer einmaligen Natur, verbringen.

Was erwartet dich?

  • Gemeinsame Erlebnisse: Zeit für Begegnungen, spannende Gespräche und gemeinsames Entdecken der Insel.
  • Impulse für Herz und Seele: Kleine Anregungen, die dich ermutigen und inspirieren
    können.
  • Freiraum für dich: Zeit zum Durchatmen, Spazierengehen, Nachdenken und Loslassen.
  • Spaß und Leichtigkeit: Gemeinsame Aktivitäten, die einfach guttun.

Die Inseltage stehen unter dem Motto: Ruhe finden, Kraft tanken und Gemeinschaft erleben – ohne Zwang, ganz in deinem Tempo. Außerdem wollen wir auch passend zur Jahreslosung inhaltlich ins Gespräch kommen.

Auf einen Blick

  • Wann?
    • Treffpunkt Hinfahrt am 5. September: Am Fähranleger um 11:45 Uhr
    • Ankunft in Neuharlingersiel am Sonntag, 7. September um 14:05 Uhr
  • Für wen? Junge Erwachsene (zwischen 18 und 30 Jahren), die Lust auf eine kleine Auszeit in entspannter Atmosphäre haben.
  • Wo? Unterbringung in Mehrbettzimmern im Haus Sturmeck auf Spiekeroog
  • Leitung: Chris Schellstede, Friederike Hönsch und Anne Schrader
  • Kosten: Der Teilnahmebeitrag beträgt 95 € (inkl. Übernachtung in Mehrbettzimmern, Vollverpflegung, Überfahrt und Programm). Die Anfahrt zum Fähranleger ist nicht mit inbegriffen und muss selbst organisiert werden.

Wir freuen uns auf dich und darauf, die Insel gemeinsam mit dir zu erleben!

Anmeldung

Titelbild: Lisa W.

AG „Friedensstifter*innen“ geht in die zweite Runde

Im Rahmen der Projektstelle „Kirchliche Sozialraumarbeit“ betreue ich an einer Oldenburger Gesamtschule die AG „Friedensstifter*innen“. Nach Abschluss mit dem Schulhalbjahr Ende Januar geht diese nun in die zweite Runde  – mit alten und neuen Gesichtern.

Thematisch beschäftigen wir uns mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen, darunter z. B. Frauenrechte, Umgang mit psychischen Erkrankungen oder Interreligiosität. Stets mit dem Ziel, dass der Wissenszuwachs in diesen Bereichen die Demokratiekompetenz der Jugendlichen fördert. Nicht selten entstehen dadurch im wahrsten Sinne Gespräche über „Gott und die Welt“. Die Jugendlichen, die die 7. oder 8. Klasse besuchen, bringen sehr unterschiedliche Vorstellungen und Wissensbestände mit. Was sie eint: Sie alle haben ein Interesse daran, im Frieden mit ihren Mitmenschen zusammenzuleben und sich in ihrer Schule dafür einzusetzen. Das beinhaltet eine aktive Auseinandersetzung mit Diskriminierung und auch den eigenen Privilegien.

Für die zweite Runde haben wir das Programm erweitert, um noch stärker auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen einzugehen. Neben der Reflexion über eigene Erfahrungen und Perspektiven setzen wir uns z. B. intensiver mit der Rolle der sozialen Medien auseinander und lernen, wie diese sowohl zur Förderung von Toleranz als auch zur Verstärkung von Konflikten beitragen können. Ziel ist es, den Jugendlichen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie auch zu befähigen, aktiv und verantwortungsvoll in ihrem sozialen Umfeld zu handeln.

Darüber hinaus möchten wir die Schüler*innen ermutigen, ihre Ideen für ein friedliches Miteinander in die Schulgemeinschaft zu tragen und konkrete Projekte zu initiieren. So soll die AG nicht nur ein Ort der Reflexion bleiben, sondern auch eine Plattform für konkrete Handlungen im Sinne einer friedlichen und respektvollen Schule bieten. Das ist zweifelsohne ein großes Ziel – aber ich bin schon sehr gespannt, welche konkreten Ideen die Jugendlichen mitbringen werden.

„Alles ist politisch“: Vorurteile als gesellschaftliche Herausforderung

Ich weiß, sie schlummern in mir und vergrößern sich gerne durch meine Erfahrungen oder negative Situationen und trotzdem habe ich beschlossen – heute mal nicht. Heute wage ich ein Experiment: Einen Tag ohne Vorurteile.

Los geht`s. Gekonnt weiche ich jedem Lästerleckerli aus, das mir hingeschmissen wird. „Hast du schon gehört? Die da drüben? Puh, also meins wäre das nicht“.

Ach es läuft super. Selbstbewusst, aufrecht und voller Motivation gestalte ich meinen Tag.
Und dann wird es Abend. Ich bring mein Kind zum Tischtennistraining und lasse ihn an der Busschleife raus, da ich sonst nirgends einen Parkplatz finde. Fröhlich hüpft er aus dem Auto und ich fahre zurück nach Hause.

Beim Abholen war es neblig, kalt und gefühlt noch dunkler als die letzten Abende und natürlich fand ich wieder keinen Parkplatz. Während ich so suchte, beäugten mich 3 junge Männer, die mit ihrem Auto in der Busschleife standen. Sie tranken etwas und stellten die Dosen auf den Kofferraum.
Ich musste leider direkt hinter ihnen stehen, da nichts frei war und sie schauten die ganze Zeit zu mir herüber. Ich fühlte mich unwohl, mein Puls stieg. Ich bleibe auf jeden Fall im Auto, dachte ich.

Dann ging auf einmal mein Auto aus. Licht aus, Radio aus, alles dunkel. Das Auto war abgeschaltet.
Die jungen Männer schauten zu mir herüber. Dann zeigte ein Mann auf mich und das Auto war wieder aufgeschlossen. ‚Moment, was passiert hier?‘ denke ich, als der Mann auf mich zukommt. Ich öffne die Fahrertür und er fragt: „Ist das Ihr Autoschlüssel?“
„Äh, ja“. Antworte ich.

Der lag hier und wir wollten ihn gerade zur Polizei bringen. Erleichtert atme ich tief durch und überlege, wie es passieren konnte. Beim Aussteigen muss mein Kind so schwungvoll den Rucksack mitgenommen haben, dass der Ersatzautoschlüssel mit herausfiel. Natürlich unbemerkt.

Ich stelle fest, in dieser Stresssituation waren sie wieder voll da, meine Vorteile. Männer, die einen anschauen, Dunkelheit, sonst keiner da. Das können keine guten Absichten sein. Warum haben sie mich so genau angeschaut? Weil sie überlegten, ob ich nach dem Schlüssel suchte. Die Automarke passte zur Schlüsselkarte.
Getränke auf dem Kofferraum. Nein, nicht mein vermutetes Bier, sondern Fanta.

Klasse Farina, Experiment gescheitert und zwei Erkenntnisse des Tages:

  1. Lasse deinen Ersatzautoschlüssel nicht auf der Sitzbank liegen.
  2. Akzeptiere, dass jede*r Vorurteile hat und man sie nicht einfach zu Hause lassen kann, aber lüfte mal öfters deine Vorurteilsschubladen durch.

83,5 Millionen Menschen leben in Deutschland (destatis.de), und wenn ich dann davon ausgehen kann, dass jede*r von uns mehr als ein Vorurteil in sich trägt, dann kommt da eine beachtliche Zahl an Vorurteilen zusammen. Diese können, schließen sich Menschen gleicher negativer Vorurteile zusammen, eine toxische Atmosphäre in unserer Gesellschaft schüren. Ein gesellschaftlich, friedfertiges und demokratisches Miteinander kann so ins Wanken kommen.

Ich möchte nicht, dass es die „social norm“ wird, dass wir Menschen kategorisch ausschließen, weil sie aus einem anderen Land kommen. Das Frauen Rechte abgesprochen werden, weil sie Frauen sind. Das jungen Menschen unterstellt wird, gar nicht mehr arbeiten zu wollen und nur am Handy zu hängen.

Und auch ich muss lernen, mit meinen Vorurteilen umzugehen, sie zu kennen und wie bei einem Wohnungsputz auch diese Schubladen regelmäßig zu entmotten und zu lüften.
Dafür braucht es politische Bildung. Es braucht Räume, Austausch und Diskurs über politische Themen. Denn alles ist politisch. Ja, alles, auch ein Tisch. Nämlich dann, wenn ich hinterfrage, unter welchen Arbeitsbedingungen er produziert und mit welchen Rohstoffen er hergestellt wurde.
Schaffen wir diese Räume der politischen Bildung in der Gemeinde, im Jugendverband, im heimischen Wohnzimmer.

Wenn Sprache Wirklichkeit schafft, sollten wir lernen die Sprache von Menschlichkeit und Nächstenliebe zu sprechen, statt Hass und Hetze.

Wie treffend sind da die Worte des Talmuds, eines der wichtigsten Bücher des Judentums:

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werde Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

Selbstinszenierung in den sozialen Medien: Vom Alltag zum perfekten Bild

In dieser Episode von „Medienhappen“ widmen wir uns dem facettenreichen Thema der Selbstinszenierung in sozialen Medien, insbesondere im Kontext von Jugendlichen.

Gina erläutert die grundlegenden Mechanismen hinter der Selbstinszenierung, die einen starken Einfluss auf die Identität von Jugendlichen ausüben. Während wir die positiven Aspekte wie kreative Selbstentfaltung und soziale Vernetzung anerkennen, wollen wir auch auf die Gefahren hinweisen. Der Druck, perfekt sein zu müssen, kann zu ernsthaften psychischen Belastungen führen. Ängste wie FOMO (Fear of missing out) werden verstärkt, und der ständige Vergleich mit Idealbildern kann zu Depressionen führen.

Ein zentrales Beispiel ist die Influencerin Bianca Heinicke, bekannt als BibisBeautyPalace. Wir schauen auf ihre Entwicklung von der Inszenierung des perfekten Lebens hin zu einem öffentlichen Comeback, das durch mehr Authentizität und Reflexion geprägt scheint.

Außerdem bringen wir wichtige Empfehlungen für Eltern, Lehrkräfte und Pädagog*innen mit, um Jugendliche auf ihrem Weg in den sozialen Medien zu unterstützen. Zu den Vorschlägen gehören: Aufklärungsarbeit über digitale Medien, Förderung von Authentizität und Selbstwertgefühl, sowie die Schaffung offener Kommunikationskanäle.

Abschließend ist uns wichtig zu betonen, dass soziale Medien sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Die zentrale Botschaft dieser Episode ist klar: Soziale Medien können ein mächtiges Werkzeug sein, sollten jedoch nicht die gesamte Identität dominieren.

Alle Links zur Folge gibt es auf medienhappen.de