1. Advent: Jetzt geht´s los!

Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Im Kirchenjahr durchlaufen wir im Kleinen die Lebensgeschichte Jesu: Es geht los mit den Vorzeichen Jesu Geburt. An Weihnachten feiern wir dann, dass der Heiland endlich geboren ist. Wir denken an verschiedene Stationen in seinem Leben und gehen in der Passionszeit zusammen mit ihm zum Kreuz. An Ostern feiern wir Christi Auferstehung und an den Sonntagen danach verfolgen wir die Geschehnisse bis zu Himmelfahrt und Pfingsten. Über den Sommer hören wir Geschichten aus der ganzen Bibel, bis es im November an den letzten Sonntagen auch um unsere letzten Dinge geht. So können wir das ganze Leben Jesu in einem Jahr nachvollziehen.

Im neuen Angebot „Mein Kirchenjahr“ erfährst du mehr über den 1. Advent und die dazugehörigen Texte. Neben einem Impuls und Gebet von Landesjugendpfarrerin Anne Schrader geben wir dir Aktionstipps mit auf den Weg.

Klick dich mal rein 27. November 2022 – 1. Advent oder hör rein bei Spotify, Apple Podcasts oder überall wo es Podcasts gibt.

Wir feiern das Leben – Silent Party

Feiern war in der Pandemie lange nicht möglich. Klima, Krieg und Energiekrisen belasten uns. Für einen Abend lassen wir die Sorgen los und feiern das Leben. 

Silent Party bedeutet mit Kopfhörern erlebst du auf drei Kanälen Musik zum Feiern. Wir haben DJs die für die passende Partymusik sorgen. Da ist für alle etwas dabei. 

Der Eintritt ist frei. Getränke können erworben werden. 

  • Ort: Polyester Oldenburg
  • Ab 16 Jahren
  • Am 2. Dezember um 19.00 Uhr
  • Meld dich an und sichere dir einen Kopfhörer. 

Anmeldung

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Augen verschließen oder Handeln? Fußball-Weltmeisterschaft in Katar

Bald startet die Weltmeisterschaft in Katar. Kaum eine andere Weltmeisterschaft hat im Vorfeld so viel Diskussion geboten. Am Ewigkeitssonntag startet die Weltmeisterschaft. Eigentlich ein Tag an dem wir in stiller Trauer den Verstorbenen des vergangen Jahres gedenken. Und nun public viewing im Gemeindehaus?

Mit großer Sorge und Skepsis blicken daher viele auf die Weltmeisterschaft in der Adventszeit.

Gemeinsam wollen wir am Buß und Betttag in 90 Minuten, wie bei einem Fußballspiel, über Möglichkeiten zum Umgang mit dieser Weltmeisterschaft ins Gespräch kommen.

Bildungsarbeit statt Boykott?

Als Gäste an diesem Abend begrüßen wir Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker sowie Thea Meier und Niklas Reichel von der Ev. Jugend Braunschweig.

Keynote 1:

Macht hoch die Tür, die Tooor macht weit … mehr als 20 Autor*innen haben an der Arbeitshilfe zur Fußball-WM in Katar mitgearbeitet. In der Arbeitshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kommen die unterschiedlichsten Stimmen zu Wort und damit bildet sie eine Grundlage für Kirchengemeinden, Vereine und Gruppen. Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker gibt Einblicke in die umfangreiche Broschüre zur WM in der Adventszeit.

Detlef Mucks-Büker ist Oberkirchenrat in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Keynote 2:

Wie kann es gelingen, komplexe Themen wie strukturierte Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Werte im Sport auch für eine jüngere Zielgruppe zugänglich zu machen? Hierzu präsentieren Thea Meier und Niklas Reichel einen Workshop, der die Unrechtsdimensionen, die uns im Rahmen der WM in Katar begegnen, für Konfirmand*innen und Schüler*innen greifbar macht und sie dazu befähigen soll, sich eine eigene Meinung zur WM in Katar zu bilden.

Thea ist Vorsitzende des Nachhaltigkeitsausschusses der Jugendkammer, Niklas ist stellvertretender Vorsitzender der Jugendkammer

Auf einen Blick

  • Zielgruppe: alle Interessierten
  • Datum: 16. November 2022 von 18.30 bis ca. 20.00 Uhr
  • Ort: Zoom
  • Kosten: kostenlos

Anmeldung

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Feier das Leben! – Gedanken zum Reformationstag

„Feier das Leben!“

Ja, das meine ich absolut ernst: Feier das Leben. Hier, jetzt, heute und ab sofort!

„Wie kannst du das nur sagen?“, höre ich die lauten und auch leisen Stimmen fragend, derer, die mich gerade hören.

Bei all dem Leid in der Welt? Den Ereignissen im Iran, den Kriegen dieser Welt, den Existenzängsten vieler Menschen in unserem Land aufgrund der hohen Preise, den Verlusten der Menschen in der Ukraine, der Klimakrise?

Es gibt derzeit unsäglich viele Gründe, warum wir wohl alles können, aber sicherlich das Leben nicht feiern. Irgendwie scheint unser christlich-moralischer Kompass das zu verbieten.

Statt das Leben zu feiern, sollten wir uns doch stark machen, für Gerechtigkeit, Klimaschutz, Frieden, Nächstenliebe und denen helfen, die gerade besonders stark betroffen sind von den Auswirkungen der vergangenen Monate.

Vor einiger Zeit habe ich eine Andacht zu dem Vers aus LK 22, 42 gehalten.
„Jesus kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

In dieser Andacht stellte ich mir die Frage, wohin sich eigentlich gerade unsere Welt bewegt oder viel mehr, in welche Richtung die Menschheit sich gerade entwickelt. Kanzler Olav Scholz sprach in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag im Februar dieses Jahres von einer Zeitenwende. Sehr verkürzt hier dargestellt halte ich am Ende meiner Gedanken zur Andacht fest: Ja! Die Menschheit braucht eine Wende; eine Richtungskorrektur; einen Impuls, den Fokus des Lebens neu auszurichten!

Jesus ist genau dafür gestorben. Nur scheinen wir Menschen es wieder vergessen zu haben. Sein Tod am Kreuz ist die Brücke, unseren täglichen Fokus neu auf Gott ausrichten zu können. Damit wir Gottes Willen wahrnehmen können. Irgendwas muss ja dran sein, wenn selbst Jesus am Ende seines Gebetes im Garten Getsemani für sich feststellt: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

Gottes Wille scheint mir – soweit ich ihn erfassen kann – klar zu sein: Ein Leben aus seiner Gnade heraus, die uns frei macht von Macht, Gier, Neid, Hass und Leid. Sein shalom  – sein tiefer Friede- soll diese Welt füllen.

Und wir sollen, ja wir dürfen unsere Zeit auf dieser Erde dafür einsetzen, dass sein Plan für uns umgesetzt wird. Wie aber können wir Teil dieses Planes werden? Wie also verdienen wir uns diese Gnade, wenn es doch so scheint, als würde das, was wir tun, nicht reichen?

Montag haben wir den Reformationstag gefeiert. Nun ja, wie auch immer die persönliche Feier aussah. Vielleicht haben wir uns erstmal auch nur über einen weiteren freien Tag gefreut.

Ich persönlich nutze die Tage vor und nach einem kirchlichen Feiertag ganz gerne, um mich ganz gezielt mal wieder mit dem Sinn dieser Tage zu befassen.

Zwei wesentliche Erkenntnisse der Reformation waren die „sola fide“ und „sola gratia“. Also allein aus Glauben und allein aus Gnade werden wir vor Gott gerecht. Es sind nicht die Taten, die uns zu guten Menschen werden lassen. Es sind zuallererst  der Glaube und die Gnade, die uns zu guten Taten bewegen! (Vgl. Röm. 3, 21 ff)

Da ist sie wieder, die Richtungskorrektur, der Impuls, der unseren Fokus verändern soll. Allein der Glaube, allein die Gnade! Das, was wir tun kann reichen! Zumindest dann, wenn wir uns dabei von Gottes Willen leiten lassen.

Auch ich persönlich spüre die Auswirkungen der letzten Monate. Beim Einkaufen, an der Zapfsäule, in den vielen Gesprächen über den Ukrainekrieg und auch in meinem Gefühl ohnmächtig dem gegenüberzustehen, was noch alles auf uns zukommen mag. Niemals größer habe ich den Eindruck gehabt, dass das, was mein Leben beeinflusst, nicht vollends kontrollieren zu können. Psychologisch betrachtet ein Zustand, der uns Menschen stark herausfordert. Ein Zustand, den ich für mich nicht akzeptieren möchte!

Denn genau in diese Zeit dürfen wir uns an die Gnade und den Zuspruch Gottes erinnern. Wir dürfen Teil von Gottes Plan für diese Welt sein. Dürfen daran mitwirken, seinen Frieden in diese Welt zu tragen. Nicht aus einem christlich-moralischen Kompass, sondern aus Gottes Liebe zu uns und seiner Schöpfung heraus.

Also setze ich meinen Fokus neu, schaue auf Gott und bin dankbar: Für die Ruhe der Nacht, den neuen Tag. Für die Sterne am Himmel und die wärmende Sonne. Für die Menschen, die ich um mich haben darf und für die Erinnerung an jene, die schon heimgegangen sind. Ich schaue nach vorn – und ehrlicherweise noch immer nicht ohne Sorge; aber: Ich beginne das Leben neu zu feiern!
Aus Dankbarkeit für all das, was ich bis heute erleben durfte. In Hoffnung auf das, was Gottes Gnade mir noch schenken wird.

Und so lade ich uns dazu ein, den Moment zu genießen. Das Leben zu spüren und es zu feiern. Hier, jetzt, heute und ab sofort!

Amen

Hausandacht der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am 1. November 2022 von Marc Gobien

LEIV: Meine Persönlichkeit in Leitungsfunktion

BIG FIVE – BIG LEIV – Das dritte LEIV Wochenende

Zu allererst die wichtigste Information: Ja, es waren alle da! Niemand fiel wegen Krankheiten wie Corona usw. aus, sondern wir trafen uns zum ersten Mal alle an diesem Wochenende in der CVJM Freizeit- und Bildungsstätte in Rorichmoor.
Die drei Tage standen ganz im Zeichen der eigenen Persönlichkeit der Teilnehmenden. Denn nur so, stellten viele der 17 anwesenden LEIV-Leute fest, können wir gut ein Team leiten, das wir für die Umsetzung von Projekten brauchen.

Am Freitagabend war zunächst die Zeit des Ankommens und sich wieder Treffens. Von überall her hatten sich die Teilnehmenden auf den Weg gemacht, ob aus Kassel oder Lüneburg, kein Weg war zu weit. Und so ging es los auf die Wanderung durch den Abend. An verschiedenen Positionen stoppten wir dabei, spielten gemeinsam und führten beim Picknick mit Almdudler Limonade und leckeren Snacks tiefgründige Gespräche.

BIG FIVE aus der Persönlichkeitspsychologie

Der Samstag begann gleich mit der Auseinandersetzung mit sich selbst. Anhand der BIG FIVE aus der Persönlichkeitspsychologie machten wir uns auf die Suche nach unserer eigenen Person, unseren Ausprägungen und Charakterzügen. Neben einem Selbsttest stand der Transfer in Gruppensituationen auf dem Programm, die in einem kurzweiligen Anspiel und ernsthafter Reflexion analysiert wurden. Weiterführend beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Teamkonstellationen. Wen brauche ich eigentlich wie genau und wofür in meinem Team? Wen kann ich nicht gebrauchen und wie stelle ich ein Team so auf, dass es möglichst gut harmoniert und sich die Mitglieder untereinander ergänzen können? „Gar nicht so einfach, aber unglaublich wichtig für mich als Teamleitung!“ befand eine Teilnehmerin.

Am Nachmittag folgten weitere Übungen zur Eigen- und besonders zur Fremdwahrnehmung. Neben Spielen zu Fragen der Perspektive, konnten sich die Teilnehmenden durch die Johari-Adjektive erstens selbst einschätzen, sich dann zweitens von anderen aus der Gruppe einschätzen lassen. Und dabei gab es nicht nur Bestätigungen, sondern auch viele Überraschungen. „Oh, das passt aber doch gar nicht zur mir“ oder „Krass, so nimmst du mich wahr?“ waren Kommentare, die den Austausch prägten.

Feedbackregeln und Methoden

Bereits am Samstag gab es den Start, aber Sonntag wurden nochmal Feedbackregeln und Methoden, sowie Reflexionsmöglichkeiten thematisiert und zum Teil auf die konkreten LEIV Projekte Einzelner angewendet.

Wir freuen uns schon, uns alle im Dezember zum Abschluss dieses LEIV Jahres und Jahrgangs in Rorichmoor wiederzusehen. Diese Gruppe hat es wirklich verdient, sich als BIG LEIV bezeichnen zu lassen und das nicht nur, weil die BIG FIVE an diesem Wochenenden Thema waren.

LEIV ist ein Schulungsangebot für Ehrenamtliche, die Lust haben sich in verantwortungsvollen Leitungspositionen von Projekt-Teams zu engagieren. Es umfasst vier Wochenenden in einem Jahr und wird als Kooperation von ejo und den CVJM Landesverbänden Oldenburg sowie Ostfriesland in Trägerschaft des Landesjugendpfarramts Oldenburg angeboten.

Projektstelle „Kirchliche Sozialraumarbeit“

„Kirchliche Sozialraumarbeit“- so heißt die Projektstelle, die ich nun nach meinem Anerkennungsjahr in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg antrete. Ich bin Dana Janssen und habe gerade erfolgreich mein Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit in Hannover und danach mein Integriertes Berufsanerkennungsjahr im Landesjugendpfarramt Oldenburg und im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland abgeschlossen.

„Kirchliche Sozialraumarbeit“?

Nach dem bestandenen Kolloqium kann ich nun in meiner ersten Stelle durchstarten! Aber was meine ich denn mit „Kirchliche Sozialraumarbeit“?

In der Projektstelle, die beim Landesjugendpfarramt Oldenburg angesiedelt ist, habe ich die Chance in einer neuen Stelle einen neuen Bereich für die Arbeit in der Kirche in Oldenburg und mit Jugendlichen mit Leben zu füllen. Dafür möchte ich mich mit verschiedenen Akteur*innen in Oldenburg vernetzen und zusammenarbeiten, um mit vielen und unterschiedlichen Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Außerdem möchte ich die Vielfalt der evangelischen Jugendarbeit vorstellen und zeigen, wie bereichernd es sein kann ein Teil davon zu sein!

Aber es geht nicht nur um Werbung, sondern viel mehr um die Begegnung und darum neue Wege zu gehen und in neuen Räumen vertreten zu sein. Dabei möchte ich gut zuhören, was gerade gebraucht und gewollt ist und als Ansprechpartnerin für mögliche Kooperationspartner*innen und für die Jugendlichen, denen ich auf diesem Weg begegne, da sein.

Die ersten 100 Tage

In den ersten 100 Tagen steht also vor allem die Vernetzung mit verschiedenen Schulen, wie beispielsweise den Gesamtschulen in Oldenburg an, ich beschäftige mich dabei außerdem intensiv mit der Lebenswelt der Schüler*innen und möchte herausfinden, was für Angebote interessant sein könnten. Das Ziel ist aber natürlich auch, dass ich so schnell wie möglich bereits mit Angeboten und Projekten starten kann!

„Selbst wenn Regen zu uns kommt, können wir ihn nicht abweisen“

Schon am Anleger in Neuharlingersiel war klar: Das wird eine nasse und windige Angelegenheit an diesem Wochenende! Und trotzdem machten sich die 18 jungen Erwachsenen und drei Leute aus dem Team auf den Weg nach Spiekeroog, gut eingepackt in Regenjacken und mit wärmenden Mützen auf dem Kopf.

Auf der Insel angekommen erwartete uns gleich der nächste Regenguss, oder wie eine Teilnehmerin zu Recht sagte: „Das fühlt sich an wie diese Eimer in der Dusche, wenn man in der Sauna ist. Zack, alles nass!“

Hyggelig auf Spiekeroog

Doch der Jugendhof auf Spiekeroog bot uns eine gemütliche Unterkunft, in der wir vor Sturm und Regen gut geschützt waren. Der Teekonsum war die drei Tage über sehr hoch, überall hingen nasse Klamotten an Haken und über den Heizungen und doch war es „hyggelig“, wie eine Teilnehmerin bemerkte. Neben dem neuen Modestil „bicolor“, eine Mischung aus nass und trocken, standen Seen in den Schuhen hoch im Kurs. Letztere wurden professionell mit einem Fön beseitigt, damit es wieder raus gehen konnte.

Doch das Wetter lud trotzdem dazu ein rauszugehen und sich den Kopf richtig freipusten zu lassen. Und bei der Gelegenheit konnte das innere Kind beim Pfützen Springen und sich in den Wind lehnen auf seine Kosten kommen.

Das zum Drumherum, doch drinnen machten wir es uns gemütlich und kamen zu vielen Themen rund um die Jahreslosung „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Johannes 6,37) ins Gespräch.

Schon am ersten Abend lernten wir uns und unsere ganz persönlichen humorvollen, wenn auch teilweise zugelosten, Macken kennen. Später machten wir uns auf den Weg die Jahreslosung biblisch für uns zu entdecken.

TheoLab und Hagebuttentee

Mit verschiedenen Zugängen starteten wir dann in den Samstag, der mehr als verregnet begann. Im sogenannten “TheoLab“ konnten wir uns über verschiedene Zugänge, wie eine Schreibwerkstatt, verschiedene Fotos oder einen ganz persönlichen Impuls der Jahreslosung annähern, sie für uns erleben und uns unser eigenes Bild machen. Der „Hagebuttentee“, ein Poetry einer Teilnehmerin über die Suche nach Gott in ihrem Leben, war dabei ein echtes Highlight. Diese Impulse nahmen wir mit in den Abendspaziergang. Wir liefen als gesamte Gruppe mit verschiedenen Bibelversen im Gepäck über die Insel, immer dem Sonnenuntergang entgegen. Und das Beste: Wir blieben dabei ausnahmsweise trocken! So erlebten viele von uns diesen Spaziergang als die Zeit sich intensiv über Lebensfragen, die sich aus der Jahreslosung und weiteren passenden Bibelstellen ergaben, auszutauschen.

Am Sonntag machten wir uns nach einem im Ablauf sympathisch chaotischen Gottesdienst wieder auf den Weg zum Hafen. Mit der Fähre, der Gewissheit, dass wir in der Gemeinschaft an diesem Wochenende Gott ganz unterschiedlich begegnen konnten und vielen neuen Erfahrungen aus Gesprächen und Spielen in der Gruppe, ging es wieder an die Heimatorte. Egal ob nach München, Berlin, Greifswald, Oldenburg oder Blexen, diese Inseltage werden weiterwirken und von uns in die Welt getragen. So wird sich die Zeit bis zu den Inseltagen 2023 gut überbrücken lassen.

Wir danken von Herzen allen, die dabei waren, für diese intensive sowie stürmische und gesegnete Zeit aus der Insel. Und denkt dran: „Nicht mal den Regen konnten wir an diesem Wochenende abweisen.“ Das muss gut gewesen sein.

Alle Bilder: Lisa Wraase, Ehrenamtliche

Zwischen Landesjugendpfarramt und JVA

Mein Name ist Katharina Uecker, ich bin 23 Jahre alt und seit dem 01. September Diakonin im Anerkennungsjahr. Für die nächsten 12 Monate arbeite ich im Landesjugendpfarramt Oldenburg und in der Gefängnisseelsorge der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. Ungefähr zwei bis drei Tage in der Woche bin ich in der JVA, die anderen Tage im Landesjugendpfarramt.

Katharina Uecker (rechts) mit Anleiterin Farina Köpke

Ursprünglich komme ich aus der kirchlichen Jugendarbeit des Kirchenkreises Oldenburger Münsterland aus dem VCP (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) und engagiere mich seit vielen Jahren im Verband auch auf Ebene der Landeskirche. Die letzten vier Jahre habe ich in Hannover Religionspädagogik und Soziale Arbeit studiert und freue mich, jetzt wieder in der Heimat zu sein.

Ich möchte die Jugendverbände durch meine Arbeit im Landesjugendpfarramt unterstützen und mich auch politisch für die Interessen von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Darüber hinaus ist es mir wichtig, die Menschen in der JVA zu begleiten und beim Kontakt zu ihren Familien zu unterstützen, um ihnen bessere Resozialisierungschancen zu ermöglichen.

Klostertage – Weg zu mir

Das stand auf wackeligen Beinen. Nur so wenige Anmeldungen, dann noch kurzfristige Ausfälle. Sollen wir fahren? Lohnt sich das? Und wie sich das gelohnt hat!

Los ging alles mit einer Sternfahrt nach Göttingen. Wir wollten ressourcenschonend mit der Bahn anreisen. So konnte jede*r von dem Startort aufbrechen und ohne Umwege zum Ziel fahren. In Göttingen haben wir unser Zusammentreffen standes- und wettergemäß mit einem Eis gefeiert. Der Taxibus brachte uns dann weg von der Zivilisation in das winzige Örtchen Bursfelde. Wir fuhren über schmale Straßen, durch Wälder und über Hügel, da lag es dann endlich vor uns. Zuerst konnten wir die zwei Türme der Kirche sehen, dann die ganze Kirche und schließlich befanden wir uns auf dem Klostergelände.

Schon als wir aus dem Bus stiegen spürten wir, dass dies ein besonderer Ort ist.

Nach der Zimmerverteilung haben wir das Kloster mit deinen Gebäuden, der Kirche, dem Garten und dem Gelände erkundet. Zwischen bewaldeten Hügeln und der Weser liegt es gut eingebettet inmitten der Natur.

Nach dem Abendessen sind wir dann auch inhaltlich in die Klostertage gestartet. Wir sind mit der Frau am Brunnen Jesus begegnet, haben das, was uns festhält Gott überlassen und uns jede*r einen Tropfen lebendigen Wassers genommen, mit dem wir uns in den nächsten Tagen auseinandersetzen wollten.

Die kommenden zwei Tage waren von Gruppeneinheiten, gemeinsamer Freizeit und Zeit für jeden Einzelnen bestimmt. Wir haben uns gefragt, wo im Leben wir eigentlich gerade stehen, wie wir da hin gekommen sind, ob wir uns da wohl fühlen und wie es weitergehen soll. Wo kommt Gott in unserem Leben vor? Möchte ich mir mehr Zeit für Spiritualität nehmen, und welche Möglichkeiten gibt es dafür? Im Kloster Bursfelde machen sich Menschen schon seit fast 1000 Jahren Gedanken über diese Fragen. Das konnten wir deutlich spüren, wenn wir abends mit einer Kerze in die Kirche gegangen sind und „Laudate omnes gentes“ gesungen haben, wie so viele vor uns. Oder wenn wir im Schatten der Bäume sitzend den Glocken zugehört haben.

Es aber auch Zeit für Wanderungen, Winkingerschach, Tik-Tak-Boom, zum Lesen oder einfach nur am Steg zu sitzen. Vielleicht gerade weil unsere Gruppe so klein war, wollte kaum jemand Zeit für sich, sondern die Gemeinschaft war für uns alle wichtig. So wichtig, dass man abends kaum ins Bett gehen wollte und die Nächte kurz wurden.

Weil so viel Denken und Reden und Spielen hungrig macht waren wir dankbar für das liebevoll zubereitete Essen und die Snacks am Abend.

Am letzten Abend haben wir noch einmal Andacht in den durchbeteten Räumen der Klosterkirche gefeiert und jede*r konnte sich mit einem persönlichen Segen für die Zeit nach den Klostertagen stärken lassen.

Am Freitag haben wir uns beseelt, müde und glücklich wieder auf den Weg gemacht. Es waren besondere Tage, wir wollen wiederkommen.

Text und Fotos: Anne Schrader, Landesjugendpfarrerin

Lieber tanz ich als A20 – Mobilitätswende feiern

Auf einer besonderen Art und Weise demonstrierten und feierten heute über hundert Menschen für eine Mobilitätswende und gegen den Bau der A20.

Im Rahmen des Kultursommerprogramms tanzten am späten Nachmittag des 30.07.2022 über hundert Menschen bunt und vor allem still um die Oldenburger Innenstadt und protestierten unter dem Motto „Lieber tanz ich als A20 – Mobilitätswende feiern!“ für eine sozial- und klimagerechte Mobilitätswende. Für ein besonderes Bild sorgte, im Gegensatz zu herkömmlichen Demonstrationen, die tanzende Stille, denn nur die Demonstrant:innen hörten die Musik von zwei auf einem großen Lastenrad auflegenden DJ*s über Funkkopfhörer.

„Die A20 verbildlicht die klima- und umweltzerstörerische Verkehrspolitik der Bundes. Der aktuelle Bundesverkehrsplan und der Kurs der Bundesregierung blockiert den Weg zu einer echten ökologischen und sozialen Mobilitätswende. Das muss sich dringend ändern, da diese Wende unerlässlich für eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ist. Darum werden wir weiter laut, kreativ und widerständisch sein!“ – erklärte Lou in einer Rede vor der Autobahn GmbH.

Die Silent Climate Parade (SCP) startete am Bahnhofsplatz und zog anschließend um die Oldenburger-Innenstadt. Nach einer Zwischenkundgebung mit einer Kunstaktion vor der Autobahn GmbH ging es zurück zum Bahnhofsplatz. Im Anschluss, ab 19:30 Uhr fand auf dem Kulturplatz des kreativ:LABORs eine bunte Aftershowparty mit Infoständen zur Mobilitätswende, einer Kleidertauschecke, Live-Musik aus dem Ammerland von der Punk-Band „Das Bildungsbürgertum“ sowie einer Silent Disco mit verschiedenen DJ*s statt.

„Der heutige Tag war ein voller Erfolg auf dem Weg zur Mobilitätswende. Hunderte Menschen machten über den Tag verteilt deutlich, dass es jetzt eine Mobilitätswende braucht und der Bau neuer Autobahnen der Vergangenheit angehören muss.“ – betont Olga Vinnica, eine der Organisator:innen der Veranstaltungen.

Veranstaltet wurde die Silent Climate Parade sowie die Aftershowparty von einem breiten Zusammenschluss verschiedener Initiativen und Gruppen, darunter der JANUN e.V., die Evangelische Jugend Oldenburg und Fridays for Future Oldenburg.

Text: Pressemitteilung JANUN e.V. Oldenburg; Foto: Lisa Wraase