Corona und die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Wie äußern sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Mit dieser Frage hat sich die Runde der Hauptamtlichenkonferenz (HAK) am letzten Dienstag beschäftigt.

Gut 30 Kolleg*innen haben sich getroffen, um gemeinsam an einer Online-Veranstaltung der aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.) teilzunehmen. Hier wurden die Ergebnisse der jüngsten Studie bekannt gegeben, in der Jugendverbände gefragt wurden, wie sich die Freizeitarbeit in den letzten zwei Jahren durch die Pandemie verändert hat.

Lars Reisner vom DBJR (Deutscher Bundesjugendring) teilte dabei auch schon erste Thesen, worauf die Veränderungen zurückzuführen sein könnten. Die auffälligsten Punkte waren, dass es immer weniger Teamer*innen gibt, die sich in der Freizeitarbeit engagieren. Dazu kommt eine höhere Unverbindlichkeit bei Teamenden und Teilnehmende. Die Belastung der Hauptamtlichen ist höher geworden, weil es beispielsweise schwieriger geworden ist passende Häuser für Gruppen zu finden und es Unsicherheiten über Ausfall-, Corona- und Finanzregelungen gibt.

Nach dem zweistündigen Vortrag wurde in der HAK diskutiert, wo sich die Ergebnisse der Studie mit unseren Erfahrungen in der täglichen Arbeit deckt oder unterscheidet. Die Beispiele aus der Freizeitarbeit ließen sich auf die gesamte Arbeit übertragen. So wurde die Frage aufgeworfen, ob es nicht einen Zusammenhang gäbe zwischen Überlastung und daraus resultierender geringerer Motivation der Hauptamtlichen einerseits, und dem fehlenden Engagement der Ehrenamtlichen andererseits. Der Spannungsbogen zwischen dem Wunsch nach größerer Partizipation bei gleichzeitiger Unverbindlichkeit zeigt sich in der Gremienarbeit insgesamt.

In kleineren Gruppen wurde zu den Themen Arbeit mit Kindern, Konfizeit, Gremienarbeit, Freizeitenarbeit und Berufsanforderungen gearbeitet. Spannend bleibt die Frage, wie die Hauptamtlichen vor die Welle kommen – d.h. wie es geschafft wird gute Angebote und fundierte Begleitung für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gewährleisten und dabei nicht nur zu reagieren, sondern selbst den Weg zu gestalten.

Die HAK wird auch bei den künftigen Sitzungen diesen Fragestellungen nachgehen, um die Arbeit nach den aktuellen Begebenheiten und Bedürfnissen auszurichten.

Hauptamtlichenkonferenz: Zusammentreffen aller Hauptamtlichen im Arbeitsfeld der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

 

Anne Schrader
Landesjugendpfarrerin

Ich bin Landesjugendpfarrerin im Landesjugendpfarramt Oldenburg. Du erreichst mich per Mail (anne.schrader@ejo.de), per Telefon (0441 7701.403 oder 0176 63831457‬) oder auf den Kanälen der Evangelischen Jugend (Moin!App, ejoPRO).