Internationaler Frauentag – Kann der weg?

Gestern war er, der internationale Frauentag – ein Tag der historisch begründet ist und an dem die Rechte der Frauen, die Stärke der Frauen, die Gleichberechtigung und noch viel mehr gefordert und gefeiert werden. Gefordert? Ja, weil es nach wie vor nicht so ist, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Es gibt nach wie vor Lebensbereiche, wo Frauen schlechter gestellt sind beispielsweise bei der Bezahlung oder der Repräsentanz in den Führungsetagen. Gefeiert? Ja auch das! Der internationale Frauentag wurde vor über 100 Jahren eingeführt und seitdem hat sich viel getan, was wir heute für selbstverständlich halten. Frauenwahlrecht, Gleichberechtigungsstrategien, Entscheidungsfreiheit, um nur ein paar Punkte aufzuzählen.

Ich finde es gut, dass am 8. März an die Rechte von Frauen gedacht und gleichzeitig weiterhin gefordert und gefeiert wird. In Berlin z.B. ist dieser Tag sogar seit 2019 ein gesetzlicher Feiertag. Es ist gut und richtig, dass es den 8. März gibt, weil sonst die immer noch herrschenden Ungleichheiten unter den Tisch fallen. Ja, es gibt immer noch einiges zu tun! Wir machen Fortschritte, aber fertig sind wir noch lange nicht.

Gleichzeitig denke ich weiter:

  • Was ist mit den übrigen 364 Tagen im Jahr? Sind Frauen da nicht wichtig?
  • Sind Frauenrechte nicht Menschenrechte, die nicht nur für Frauen, sondern für alle Geschlechter gelten sollten?
  • Wo stehen wir als Gesellschaft mit Blick auf Gleichberechtigung, nicht nur aber auch mit dem Blick auf die der Frauen? Wo wollen wir hin?
  • Brauchen wir einen internationalen Frauentag, wenn wir doch Gleichberechtigung aller Geschlechter wollen?

Fragen über Fragen… Ich ganz persönlich sage: Ja, wir brauchen eine solchen Tag! So lange es bestehende Ungleichheiten gibt, lohnt es sich Tage im Jahr zu etablieren, um Themen wie Gleichberechtigung, Gleichstellung usw. im Fokus zu halten. Das halte ich für wichtig und damit weise ich nicht nur auf den internationalen Frauentag hin.

Und gleichzeitig würde ich mich freuen, wenn wir solche Tage nicht mehr bräuchten. Warum? Weil es dann keine Notwendigkeit mehr gäbe und Gleichberechtigung endlich(!) selbstverständlich geworden ist. Vielleicht, und das hoffe ich sehr, sprechen wir irgendwann nicht mehr darüber, genauso wie wir heute nicht mehr darüber sprechen, ob Frauen wählen dürfen oder nicht.

Mit diesem kurzen Beitrag möchte ich Euch einladen Euch Fragen zu stellen. Und egal welche Meinung ihr vertretet, ob es den 8. März braucht oder nicht, eine Auseinandersetzung mit meinen, euren und weitere Fragen lohnt sich! Oder was meint ihr?

Björn Kraemer
Ehrenamtsmanagement, Kindeswohl und Prävention sexualisierter Gewalt

Ich bin Bildungsreferent für Ehrenamtsmanagement sowie Kindeswohl und Prävention sexualisierter Gewalt im Landesjugendpfarramt Oldenburg. Du erreichst mich per Mail (bjoern.kraemer@ejo.de), per Telefon (0160 5571470‬) oder auf den Kanälen der Evangelischen Jugend (Moin!App, ejoPRO).