Kirche bei den Menschen – Die „Flusi“ in Hamburg

Zwei Wochen ist mein Kurzurlaub in den Osterferien nun schon wieder her und doch bin ich bei den Überlegungen für diesen Blogbeitrag wieder auf sie gestoßen: Die „Flusi“!

Wie glaube ich jede*r der*die in Hamburg ist, sind auch wir an den Landungsbrücken entlang über den Baumwall in die Speicherstadt gelaufen, immer am Wasser entlang. Und da lag sie dann die „Flusi“, wie sie liebevoll genannt wird.

Die „Flusi“ ist die Flussschifferkirche, die bereits seit 2006 im Binnenhafen liegt. Das Schiff wurde schon Anfang der 50er Jahre in eine Kirche umgebaut und bietet ca. 100 Menschen Platz. Sogar eine Orgel ist mit an Bord. Die ev.-luth. Flusschiffergemeinde ist selbstständig und wird ehrenamtlich geleitet. Neben Flusschiffern gehören ihr auch Menschen aus der Stadt an. Sie wird genutzt für Gottesdienste, Taufen, Trauungen, usw. ist aber auch ein Ort für Kulturveranstaltungen. Die Idee einer Kirche auf dem Wasser ist dabei gar nicht neu. Schon 1747 gab es eine Kirche, auf der Gottesdienste für Seeleute gefeiert wurden.

Warum ich das schreibe: Weil die „Flusi“ ein Motto verfolgt, dass ich begrüße und das auch ich gerne mehr in meine Arbeit und in die Arbeit unserer Kirche insgesamt einbringen würde. Sie orientiert sich an dem Ausspruch Johann Hinrich Wicherns: „Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen, muss die Kirche zu den Menschen gehen.“ Wichern selbst hat 1870 die Binnenschifferseelsorge in Hamburg eingeführt.

Mich hat mein Besuch in Hamburg jedenfalls zum Nachdenken gebracht darüber, wie wir die Kirche in der Gesellschaft gestalten wollen und wie wir das, was die Kirche zu bieten hat wieder näher an die Menschen herantragen können.

Ich glaube nicht, dass wir dafür sofort eine neue „Flusi“ brauchen, aber ich denke schon, dass wir über vielfältige Formen von Kirche nachdenken müssen, die genauso vielfältig sind, wie es auch die Menschen sind.  Und wenn Euch beim Lesen hier schon Gedanken kommen, so wie mir in Hamburg, dann behaltet sie nicht für Euch, sondern gebt sie weiter, bleibt im Austausch und lasst es gemeinsam weiterdenken und weitermachen. Die Kirche ist schließlich für die Menschen da und nicht umgekehrt.

Wer mehr über die „Flusi“ wissen möchte, schaut gerne mal auf der Flussschifferkirchen-Website vorbei.

Björn Kraemer
Ehrenamtsmanagement, Kindeswohl und Prävention sexualisierter Gewalt | Mehr Beiträge anzeigen

Ich bin Bildungsreferent für Ehrenamtsmanagement sowie Kindeswohl und Prävention sexualisierter Gewalt im Landesjugendpfarramt Oldenburg. Du erreichst mich per Mail (bjoern.kraemer@ejo.de), per Telefon (0160 5571470‬) oder auf den Kanälen der Evangelischen Jugend (Moin!App, ejoPRO).